Elsass-Lothringen ist ein Gebiet zwischen Deutschland und Frankreich, das im Laufe der Geschichte sowohl zu Deutschland als auch zu Frankreich gehört hat. Im Grenzgebiet sind die Einflüsse beider Länder zu spüren und aufgrund der geographischen Lage sind Institutionen wie das Baden-Baden Casino im Nachbarland beliebte Ausflugsziele und leicht zu erreichen. Die Region war Element vieler Streitigkeiten zwischen Deutschland und Frankreich und wechselte mehrfach seine Zugehörigkeit.

Frühe Geschichte

Im frühen Mittelalter gehörte Elsass-Lothringen zum Fränkischen Reich und es erfolgte eine Zuwanderung von Siedlern germanischer Abstammung. Straßburg, die heutige Verwaltungshauptstadt der Region, galt bereits in dieser Zeit als wichtigste Stadt und ist seit 614 Bischofssitz.

Als sich das Heilige Römische Reich Deutscher Nation entwickelte und sich zum Staatenbund formierte, wurden die meisten Teile von Elsass-Lothringen bis ins 17. Jahrhundert als Teil dessen anerkannt.

Schon in diesem Reich nahm das Elsass eine Sonderrolle ein, wurde dann aber an das Herzogtum Schwaben angegliedert.

Im 17. Jahrhundert, nach dem langsamen Zerfall des Herzogtums und der Annexion unter dem französischen König wurden die meisten Teile an Frankreich angeschlossen.

Das Habsburger Königshaus trat 1648 mit dem Westfälischen Frieden seine Rechte auf das Gebiet Elsass-Lothringen ab. Die Zollgrenze wurde jedoch nicht verschoben, was in der anschließenden Blütezeit für das Gebiet eine wichtige Rolle spielen sollte, auch die französische Sprache verbreitete sich immer mehr.

Nach der Französischen Revolution und dem zweiten Frieden von Paris (1815) wurden die Außengrenzen von Frankreich festgelegt.

Vom Reichsland Elsass-Lothringen bis 1945

Nach dem Krieg zwischen Deutschland und Frankreich und dem Frankfurter Frieden (1871) wurde Elsass mit dem angrenzenden Lothringen an das Deutsche Kaiserreich angeschlossen.

Die Grenzziehung fasste nicht nur deutschsprachige Gebiete mit ein und gliederte auch französischsprachige Teile an. Da das Deutsche Reich bundesstaatlich gegliedert war, bildete sich der Staat Elsass-Lothringen, der aber erst 1911 mit den anderen Bundesstaaten gleichgesetzt wurde. Im Frankfurter Frieden wurde auch vermerkt, dass der Bevölkerung das Recht gegeben werden sollte, sich für die deutsche oder französische Staatsbürgerschaft zu entscheiden.

Nach dem ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag wurde das Gebiet wieder an Frankreich angegliedert und Französisch wurde wieder als Amts- und Schulsprache etabliert. Wer sich für eine deutsche Staatsbürgerschaft entschied und nach 1871 zuzog, musste das Territorium verlassen.

In den 1920er Jahren entstand eine Autonomiebewegung.

1940 wurde das Elsass von der deutschen Wehrmacht besetzt und der reichsdeutschen Zivilverwaltung unterstellt. Viele Elsässer und Lothringer wurden zwangsweise für die Wehrmacht rekrutiert.

Nach 1945

Nach Ende des Krieges wurde das Gebiet wieder an Frankreich angeschlossen und das Sprechen von Deutsch galt als verpönt und war in den Schulen bis 1970 verboten.

Der 1949 gegründete Europarat erhielt seinen Sitz in Straßburg, das legte den Grundstein für die Europäische Tradition des Elsass. Straßburg ist noch heute der Sitz vieler europäischer Institutionen.

Das Elsass gilt auch als Geburtsort der deutschen und französischen Ökologie-Bewegung. In den 1970ern entwickelte sich ein weiteres Autonomie-Bestreben und der Wunsch des Erhaltes der Zweisprachigkeit. Heute gibt es mehrere unterschiedliche Initiativen für die Zweisprachigkeit und der Erhaltung und Förderung regionaler Dialekte.