Deutschland und Frankreich haben durch die Geschichte eine komplizierte und interessante Beziehung gepflegt, die über Verbundenheit, Feindschaft bis hin zu bilateralen Bündnissen reicht. Frankreichs und Deutschlands kulturelle Allianzen sind inzwischen stark und werden voran getrieben. In der Geschichte waren diese nicht immer selbstverständlich.

Deutsch-Französische Erbfeindschaft

In der Beziehung zwischen Deutschland und Frankreich wird oft von der sogenannten Deutsch-Französischen Erbfeindschaft gesprochen. Mit diesem Begriff geht auf den territorialen Streit im Mittelalter zurück und reicht bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein. Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sind geprägt von Kriegen und Streitigkeiten. Zudem war sie geprägt von den Gegensätzen zwischen dem Habsburger Königshaus und dem Französischen, der in Auseinandersetzungen wie dem 30-jährigen Krieg (1618-1648) oder dem Pfälzischen Erbfolgekrieg(1688-1697) mündete.

Die expansive Politik Ludwigs XIV zur Zeit des Absolutismus trug zu den Konflikten bei. Er eroberte ehemals deutsche Territorien, wie Elsass-Lothringen, ein Gebiet, das häufig seine Zugehörigkeit ändern sollte. Das führte in dem Gebiet dazu, dass sich kulturelle Allianzen zwischen Deutschland und Frankreich bildeten und die Kulturen zu Teilen verschmolzen. Dieser Umstand hatte auch Einfluss auf die umliegenden deutschen Gebiete.

Die deutschen Fürstenhäuser orientierten sich mit ihrer Politik am Versailler Vertrag.

Französische Revolution, Napoleon und der Einfluss auf Deutschland

Die Französische Revolution (1789) hatte Auswirkungen auf Deutschland. Im Vorfeld schlossen die deutschen Königreiche Österreich und Preußen einen Koalitionsvertrag gegen Frankreich und seine revolutionären Bestrebungen, um die Monarchie zu verteidigen. Frankreich erklärte der Koalition den Krieg und besetze 1794 das linke Rheinufer. Da Frankreich siegreich aus diesem Krieg ging, wurden die linksrheinischen Gebiete angeschlossen.

1803 entschädigte Napoleon mit Hilfe des Reichsdeputationshauptschlusses die Königreiche für die verlorenen Gebiete.

In dieser Zeit wurden geistliche Gebiete säkularisiert und es entstanden neue Staaten wie Bayern und Baden-Württemberg.

Neben den territorialen Veränderungen änderte sich in dieser Zeit auch das Rechtssystem und die teils revolutionären Ideen der neuen Fürsten.

Die Weltkriege

Nach der Bismarck-Ära führte die Politik des preußischen Kaisers Wilhelm II. zu einer Bildung zweier Machtblöcke und schließlich zum Ersten Weltkrieg (1914-1918). Der Krieg forderte viele Opfer auf beiden Seiten, besonders die Schlacht um Verdun gilt als Schreckenssymbol des Krieges. Der erste Weltkrieg endete mit der Kapitulation Deutschlands im Jahr 1918 und der Versailler Vertrag wurde verhandelt, durch welchen Deutschland stark geschwächt werden sollte.

In der Zeit danach kam es durch die Ruhrbesetzung zu neuen Spannung, aber auch Entspannungen in der Beziehung durch die Außenminister Stresemann und dem Friedensnobelpreisträger Briand.

Mit der Machtergreifung Hitlers und der Zeit des ,,Nazideutschlands” verschlechterten sich die Beziehungen erheblich. Durch den Blitzkrieg Hitlers gelang ihm ein unerwarteter Sieg in Frankreich und im zweiten Weltkrieg gab es Versuche der Expansion.

Nach der Kapitulation Deutschlands 1945 und der Aufteilung Deutschland übernahm Frankreich einen Teil der Gebiete.

Heute

Seit dem zweiten Weltkrieg und mit Beginn der Europäischen Union verbesserten sich die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich und man begann die deutsch-französische Freundschaft voranzutreiben. Aus diesem Grund entstand 1963 der Elysée Vertrag, für mehr Zusammenarbeit in Zeiten der Blockbildung zu sorgen und um Deutschland von der Sowjetunion zu distanzieren.

Heute versucht man die Beziehung eng zu halten und arbeitet auf politischer und kultureller Basis eng zusammen. So wurden in mehrere Verträgen die Zusammenarbeit und Verbindung festgelegt.